Sage Ja zu Nein

Nein sagen ist gesund

Wir alle wissen, wie schwer es ist, Nein zu sagen. Viel zu schnell wird aus dem gewünschten Nein ein ungewolltes Ja.

Was passiert dann? Wir spüren Stress, Hektik, Ärger. Weil wir uns nicht genügend abgegrenzt haben und uns überrumpelt fühlen. Wir befinden uns in einer Situation, die uns gegen den Strich geht.

Was folgt ist die Selbst(ab)wertung. „Warum habe ich es schon wieder nicht geschafft? Ich kann einfach nicht Nein sagen.“ Oder wir verurteilen die Anderen und denken: „so etwas von egoistisch…die könnte auch einmal an mich denken…“ Sich selbst zu verurteilen oder den anderen zu verurteilen, führt unweigerlich in einen Kampf. Also auf zum gesunden Nein-Sagen!

Jedes Nein zu jemand Anderen ist ein JA zu mir selbst

Mit etwas Übung gelingt Nein sagen ganz einfach. Und ist es einmal gesagt, geht es das nächste mal schon viel leichter. Ein Nein ist unheimlich befreiend und erfüllt Dich mit Stolz. Denn immerhin ist es gelungen, die Komfortzone zu verlassen und sich selbst Raum und Zeit zu verschaffen. Mit jedem Nein entscheiden wir uns, Grenzen zu setzen. Mit jedem Nein nehmen wir uns und unsere Bedürfnisse ernst. Und somit werden uns auch die Anderen ernst nehmen. Das sind doch vielsprechende Aussichten!?

Hier einige Tipps für ein gesundes Nein

  1. Erforsche, warum es Dir so schwer fällt, Nein zu sagen, Meist sind es Gründe wie Angst vor Ablehnung, Angst vor Konsequenzen, Angst nicht gebraucht, als Kollegin oder Freundin nicht gemocht zu werden oder herzlos und egoistisch zu wirken.
  2. Notiere Dir auf einen Zettel die Situationen, wo es Dir besonders gut gelungen ist, Nein zu sagen. Wie hast Du es gemacht, was hast Du gesagt? Versuche diesen Erfolg auf andere Situationen umzulegen.
  3. Schreibe auf, bei wem oder in welchen Situationen es Dir besonders schwer fällt, Nein zu sagen. Du wirst unweigerlich ein Muster darin erkennen.
  4. Werde Dir Deiner Grenzen bewusst, die nicht überschritten werden sollen. Dann begründe die Grenzen mit sachlichen Argumenten. So kannst Du Dich an den sachlichen Argumenten „festhalten“ und dein Nein nachvollzogen werden.
  5. Bleibe immer in der Ich-Form. So wahrst Du Deine Grenze und bist authentischer.
  6. Bedanke Dich für den Vorschlag bzw. die Bitte: „Ich fühle mich sehr geehrt über die Einladung, den Vorschlag, das Angebot, doch im Moment fehlt mir einfach die Zeit dazu.“
  7. Befreie Dich von schlechtem Gewissen und formuliere klar und eindeutig, jedoch nicht brutal. Vergegenwärtige Dir den Satz: „Es ist nicht gegen Dich, es ist für mich.“
  8. Zeige Verständnis für das Anliegen des Bittenden: „Ich verstehe Deine Situation, leider kann ich Dir hier ich im Moment nicht behilflich sein.“
  9. Verschaffe Dir Bedenkzeit: „Ich möchte noch kurz darüber nachdenken, ich gebe Dir in einer Stunde Bescheid.“
  10. Mache ein Gegenangebot: „Dieses Mal geht es leider nicht, doch wie schaut es bei Dir in zwei Monaten aus.“ Oder:“ Jetzt ist der Zeitpunkt für mich nicht passend, können wir in zwei Wochen nochmals darüber reden?“

Die Fähigkeit, das Wort „Nein“ auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit. (Nicolas Chamfort)

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